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Themen & Top-BegriffeAacherner Zeitung / Aachener Nachrichten vom 29.01.2010
von Udo Kals
Aachen. Schneller als zunächst angekündigt will die Sparkasse Aachen die zu Jahresbeginn aufgetretenen Probleme bei rund 150.000 EC- und Kreditkarten lösen: Ab sofort können alle betroffenen Karten automatisch repariert werden und nicht erst wie ursprünglich geplant ab dem 1. April, wie Vorstandsmitglied Ralf Wagemann bei der Bilanzpressekonferenz der Sparkasse im Aachener Rathaus erklärte.
Er betonte, die Sparkasse habe "auf die böse Überraschung am Jahresanfang schnell reagiert", so dass bereits "nach wenigen Stunden die Bargeldversorgung der Kunden gesichert" gewesen sei.
Grund für die Akzeptanzprobleme sind vom Hersteller fehlerhaftt programmierte Chips, die den Jahreswechsel von 2009 auf 2010 nicht richtig verarbeitet haben. Die Folge: Man kann nicht bezahlen beziehungsweise am Automaten kein Geld abheben. Inzwischen könne es nur noch zu Einschränkungen beim Einsatz im Ausland kommen.
Auf zwei Wegen kann das Plastikgeld wieder fit gemacht werden. Zum einen können die Karten bei Benutzung eines Geldautomaten automatisch repariert werden. Dabei werde die Software innerhalb weniger Sekunden aktualisiert, verspricht Vorstandschef Hubert Herpers. Voraussetzung für diese Variante ist, dass der Kunde seine PIN kennt.
Ist dies nicht der Fall, können die Betroffenen in den beiden Aachener Sparkassen-Zentralen am Münsterplatz und Friedrich-Wilhelm-Platz sowie in neun Geschäftsstellen (Brand, Burtscheider Markt und Laurensberg in Aachen sowie in Alsdorf, Eschweiler, Herzogenrath, Simmerath, Stolberg und Würselen) spezielle Terminals benutzen, die eine Reparatur ohne PIN-Eingabe möglich machen. Zudem ist weiter die Hotline Telefon 0241/4442020 geschaltet.
Während sich laut Herpers der bislang entstandene finanzielle Schaden für die Sparkasse Aachen auf einen dreistelligen Betrag beschränkt, dürfen sich die Stadt Aachen und die Städteregion als Träger der Sparkasse auf eine jeweilige Ausschüttung im siebenstelligen Bereich freuen. Insgesamt fließen 9,9 Millionen Euro in die klammen Kassen.
Zudem werde "die Spenden- und Sponsorentätigkeit in Höhe von rund fünf Millionen Euro fortgeführt", sagte Herpers. Für den Vorstandschef der beste Beweis dafür, dass die Sparkasse trotz der finanziellen Belastungen durch die WestLB-Krise ihr Engagement für die Region nicht vernachlässige.
Zu diesem Engagement gehörte im vergangenen (Jubiläums-)Jahr die Vervielfachung des Stiftungskapitals. 17,5 Millionen Euro wurden im 175. Jahr des Bestehens an drei eigene und zwei neu gegründete Stiftungen gespendet. Herpers: "Damit lebt die seinerzeitige Motivation David Hansemanns zur Sparkassengründung im Jahr 1834 fort - nämlich die soziale und kulturelle Entwicklung."
Herpers: "Wir bilden aus, um zu übernehmen"
Von den rund 2100 Mitarbeitern, die die Sparkasse Aachen in ihren 96 Geschäftsstellen Ende 2009 beschäftigte, waren 1229 Voll- und 713 Teilzeitbeschäftigte sowie 166 Auszubildende. Dabei setzt das Kreditinstitut den seit Jahren verfolgten Kurs fort, den Personalbestand durch natürliche Fluktuation jährlich um rund ein Prozent zu reduzieren.
Wichtig ist Vorstandschef Hubert Herpers die Feststellung: "Wir bilden nach wie vor aus, um zu übernehmen." So würden in diesen Tagen 20 Azubis ihre Ausbildung beenden und in ein Angestelltenverhältnis wechseln. Im September 2009 hätten 61 junge Frauen und Männer ihre Ausbildung begonnen. In gleicher Größenordnung sucht die Sparkasse Nachwuchs für 2010.